Das Inzesttabu (Die Art des Kriegers, Band 1)

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Zusammenfassende Gedanken zum Lebenswerk

Wie die spätere Entwicklung bezüglich der Auseinandersetzung mit den Medien und den Fachgesellschaften nicht nur auf lokaler, sondern auf nationaler Ebene zeigte, wurden die Angriffe von der "emotionalen Pest", wie Wilhelm Reich die Enge der gesellschaftlichen Konditionierung bezeichnet hat, auf zwei Ebenen geführt. Erstens wie immer schon gegen die Psycholytische Psychotherapie, die unerwünschte Psychotherapie, und zweitens gegen das, was ich später in diesem Buch als die Auseinandersetzung mit dem Inzesttabu bezeichnen werde, gegen unser Bedürfnis, neue Wege in der Sexualität zu suchen und mit dieser Kraft in einem Feld von einander in Liebe verpflichteten Menschen zu experimentieren.

In diesem Zusammenhab ist es, um böswillligen Unterstellungen vorzubeugen, wichtig, festzusthalten und nochmals zu betonen, dass wir, was unsere Tätigkeit anbelangt, in zwei Richtungen vorstossen und dass nicht in beiden Bereichen dieselben Regeln gelten.

Die eine, die psychotherapeutische Beschäftigung, befasst sich mit der Heilung von Krankem. Darin ist das Betrachten der sexuellen Neigungen zwischen uns zwar kein Tabu, wie es von der Gesellschaft gefordert wird, aber in der Regel gilt auch bei uns, dass sexuelle Kontakte zum Beispiel zwischen Therapeut und Klientin der Heilung abträglich und nicht förderlich sind. Die Tatsache wird uns aber nicht durch ein Gebot oder Verbot, welches allem Forschen ein Ende setzen würde, aufgedrängt, sondern in einem lebendigen Beziehungsprozess immer wieder als Wahrheit erschlossen. Darin unterscheide ich mich ganz bewusst und gewollt von der gängigen Lehrmeinung und begründe darin eine neue Lehre und Schule, welche sich von der durch die "emotionale Pest" verseuchten offiziellen Lehrmeinung distanziert und sich ihr entgegenstellt. Wir verstehen uns darin als die Vertreter wirklicher Psychotherapie, welche die Erforschung des Menschlichen weiter vorantreibt und sich nicht durch die Sicherheitsbedürfnisse der emotionalen Pest in den Reihen der Fachgesellschaften knechten lassen.

Die andere, die spirituelle Bewegung, welche unser Leben erfasst hat, befasst sich mit den gesunden Kräften in uns Menschen, mit natürlichem Wachstum und mit dem Erforschen neuer Lebensformen, die sich daraus ergeben. Darin hat die Beschäftigung mit der Sexualität einen ganz anderen Stellenwert. Darin gibt es keine Abhängigen, die geschützt werden müssten und keine Führer oder Verantwortlichen, sondern lauter erwachsene, gleichwertige und selbstverantwortliche Menschen, welche ihr Tun gemeinsam verantworten. Darin kann keiner Opfer werden. Alle sind gleich. Dadurch fällt jegliches Tabu, Gebot oder Verbot bezüglich der sexuellen Bedürfnisse und Neigungen weg. Es gilt nur noch das Gesetz, welches sich aus dem Spiel des freien Willens der Einzelnen immer wieder neu gestaltet. Die Experimente oder allenfalls Lebensformen, die sich daraus ergeben, können daher durch niemanden und in keiner Weise verfolgt werden, auch wenn sie vielleicht nicht gefallen oder Angst machen. Es handelt sich dabei um unser privates Leben, unsere Intimität, in der auch wir ein Recht haben, geschützt zu sein. Dass man sich dazu versteigt, zu behaupten, wir befürworteten den Inzest mit unseren Kindern, ist dabei traurig und zeugt ganz einfach vom Unverständnis, welches die emotionale Pest in der ihr eigenen Verfilzung allem Schönen, Reinen und Heiligen entgegenbringt. Auch bezüglich unserer Kinder vertreten wir die Ansicht, dass es viel schöner, begückender und liebevoller ist, die Tatsache, dass der Vollzug der Sexualität zwischen uns kein Thema sein soll, in einem lebendigen Beziehungsprozess immer wieder zu entdecken, als den Beziehungsprozess zwischen uns durch ein Tabu zu blockieren. Wir brauchen dazu keine Regelung. Wir sind reife, ausgewachsene und intelligente Menschen, die sich zutrauen, das Richtige, das Wahre, das Heilige in allem Bezogensein immer wieder selbst und in eigener Verantwortung zu finden. Dass sich die psychotherapeutische und die spirituelle Bewegung dem Bewusstseinsstand der meisten Menschen entsprechend in unserem Leben manchmal vermischen, durchdringen und verflechten, kann uns, finde ich, nicht zum Vorwurf gereichen. Es ist ein unvermeidliches Faktum, das sich aus unserer Unvollkommenheit und Widersprüchlichkeit als Menschen ergibt.

(Aus "Durchdrungensein vom Du")

broschiert, 296 Seiten, ISBN 978-3-906410-62-3


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  • Artikelnummer: 978-3-906410-62-3
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