Wer heilt, hat Recht (Die Art des Kriegers, Band 2)

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Der Guru von Nennigkofen

Wer bin ich? Was bin ich? Zu diesen Fragen möchte mein 16-jähriger Sohn Joshuan, der seit Jahren mit den Hänseleien seiner Kameraden, die mich, seinen Vater, als "Guru von Nennigkofen" betitelten, leben musste, ein Statement für die Schülerzeitung von mir haben. Wie definiere ich mich, beruflich, meinen Stand in der Gesellschaft, meine Ambitionen, Wünsche, Visionen?

Nun, noch immer bin ich leidenschaftlich Arzt und Psychotherapeut. Ich begleite Menschen, die sich psychisch verirrt haben, in ihrem Heilungsprozess. Diese Tätigkeit hat mich wie von selbst darüber hinausgeführt. Die Probleme der Gesellschaft, der Welt insgesamt, in Beziehungen, Gruppen und Gemeinschaften begannen mich zu beschäftigen. Dafür eine Lösung zu finden, verstand ich immer mehr als meinen Auftrag. So wurde ich zum spirituellen Lehrer.

Bezüglich der Mittel, die zur Heilung beitragen könnten, aber auch bezüglich der Ursachenerklärung für die Erkrankung der Menschheit bewegte ich mich in unerforschte Grenzgebiete und konnte nicht ruhen, bevor ich alles damit Zusammenhängende in der Tiefe verstanden hatte. Vor allem die Anwendung der Psycholyse (Einsatz von leider auch als Drogen missbrauchten Medikamenten im Prozess einer Psychotherapie) und des Tantra (direkte Erforschung der sexuellen Probleme zwischen den Menschen) sowie die Auslotung der verdrängten gesellschaftlichen Zusammenhänge und Hintergründe hinter allem psychischen Kranksein (insbesondere die Hinterfragung des Inzesttabus) stiessen auf Unverständnis und Ablehnung, weil kaum jemand diese Tabubereiche wirklich erfassen kann.

Dadurch wurde ich schliesslich selbst nicht mehr verstanden. Sowohl in den Fachschaften wie in der Gesellschaft insgesamt begann man, mich misszuverstehen. Schwierige Angriffe in den Medien waren die Folge. Dabei erkannte ich allmählich, dass dies einfach zu tragen ist und ich einen Umgang damit zu finden habe, wenn ich in dieser Weise als Pionier tätig sein will.

Trotz der Schwierigkeiten, die mir bereitet wurden, hatte ich auch sehr viel Erfolg mit meinem Tun. Nicht nur die Patienten sind begeistert vom Effekt, der von mir angewendeten Betrachtungsweisen und Hilfsmittel, sondern auch viele Therapeuten in der ganzen Welt begannen sich dafür zu interessieren, so dass ich inzwischen mit meinen Partnerinnen zusammen weiterhin auch als Ausbildner der von mir vertretenen "unerwünschten" Psychotherapie beziehungsweise des tantrisch-psycholytisch-gemeinschaftsbildenden und spirituellen Selbsterkenntnisprozesses tätig bin. Daraus ist eine alternative Bewegung hervorgewachsen, die sich in letzter Zeit zum Beispiel auch als "magic-movement" (www.world-wide-magic-movement.org) zu outen beginnt. Das, was mich in diesem ganzen Prozess antreibt und trägt, ist die Liebe zur Wahrheit, die Liebe zur Evolution, die Liebe zu den Menschen.

Auch persönlich drängte es mich natürlich dazu, mit neuen Möglichkeiten und Lebensformen zu experimentieren. Dies führte zu einem ganz eigenen Lebensstil, mit dem ich sehr glücklich bin, der aber auch wieder Missbilligung auf sich zog. Dass ich gleichzeitig in zwei Familien lebe, zehn Kinder habe und sich um uns eine grosse Gemeinschaft von ähnlich Interessierten versammelt hat, macht vielen offenbar Angst.

Das Wichtigste war mir immer die Freiheit des Einzelnen, wahrhaftig und sich selbst sein zu dürfen, sowie die gemeinschaftliche Bewegung und deren Schönheit, die sich aus dem gegenseitigen Respekt vor dieser Freiheit ergibt. Selbsterforschung, Selbsterkenntnis ist der Weg dazu. Er führt einen schließlich in eine Tiefe, welche die Oberflächlichkeit des heutigen modernen Lebens durchbricht und das ganze Mysterium sowie die Einheit von Leben, Tod und Liebe umfasst. Es ist nicht einfach, etwas so Komplexes wie ein großes, ganzheitliches Leben in kurze, einfache Worte zu fassen. Immerhin habe ich dreißig Bücher geschrieben, um mich zu erklären und wurde nicht verstanden damit. Dass mein pubertär erwachender Sohn Joshuan sich dafür interessiert, freut mich aber sehr und gibt mir Hoffnung, genause wie wenn Ramilah, eine meiner Töchter, zehn Jahre alt, sich entschliesst, später zu mir in die Lehre zu wollen, wenn sie in unseren Wüsten-, Brasilien- oder Indienseminaren miterlebt, welche Stimmung unsere Arbeit hervorbringt.

broschiert, 312 Seiten, ISBN 978-3-906410-63-0


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